Veranstaltungen

Vorträge und Gespräche

Vortrag im Rahmen der Ausstellung
Eliza Douglas – My Gleaming Soul

Donnerstag, 30. März 2017 um 18 Uhr
Isabelle Graw
Der Wert der Malerei. Materielle Zeichen, lebendige Arbeit und vitalistische Projektionen

Die Malerei scheint im 21. Jahrhundert nicht mehr die vorherrschende Kunstform zu sein. Ihre Rhetorik bleibt dennoch omnipräsent,  was sich medienübergreifend in malerisch anmutenden Videos, Fotografien, Assemblagen und Performances zeigt. Malerei ist überall, ohne deshalb notwendig Öl auf Leinwand zu sein. Regelmäßige Auktionsrekorde für gemalte Bilder zeugen zudem von der spezifischen Attraktion dieser Kunstform.
Der Vortrag  führt die Sonderstellung der Malerei auf ihr historisch gewonnenes intellektuelles Prestige, wie auch auf die merkantilen Vorzüge des Leinwandbildes zurück. Er fasst Gemälde als ideale Waren auf, die der Illusion Vorschub leisten, dass sie die Lebens-und Arbeitswelt des abwesenden Künstlers enthalten. Der Wert der Malerei, wobei Wert ihren „Warenwert“ (Karl Marx) meint, wird auf die besondere Arbeit des Künstlers, die spezifische Materialität und den Unikatcharakter ihres Produkts ebenso zurückgeführt, wie auf eine kollektive, rezeptive Kraft.  Bei diesem Wert handelt es sich folglich um eine vitalistische Projektion, die veranlasst wurde – etwas höchst Prekäres und Illusionäres mithin, das zugleich in etwas konkret-Materiellem fundiert ist.

Isabelle Graw gründete 1990 gemeinsam mit Stefan Germer(†) die Zeitschrift Texte zur Kunst in Köln, deren Herausgeberin und Redakteurin sie seither ist. Sie lehrt Kunsttheorie und Kunstgeschichte an der Staatlichen Schule für bildende Künste (Städelschule), Frankfurt am Main. Sie lebt und arbeitet in Berlin und Frankfurt.

In Kooperation mit dem Kunstring Folkwang e.V., Verein der Freunde des Museum Folkwang

Unterstützt durch die Sparkasse Essen

Teilnahmebeitrag 5 € / 2,50 € / Mitglieder des Kunstring Folkwang frei. Begrenzte Teilnehmerzahl.

Isabelle Graw