Musik

im Museum Folkwang

Neue Musik im Folkwang
Karl Ernst Osthaus-Saal

Freitag, 10. Oktober 2014
19.30 Uhr

Inspiration Japan
Konzert zur Ausstellung Monet, Gauguin, van Gogh… Inspiration Japan

E-MEX-Ensemble

Programm
kuratiert von Peter Gahn

19.30 Uhr
Einführung in Ausstellung und Programm durch Peter Gahn und Peter Daners

Yasuko Yamaguchi
Lichttempel (2005)
für Flöte und Klavier

Gagaku
Sôjô no chôshi
Fassung für Akkordeon

Gerald Eckert
empty rooms (2009)
für Flöte, Kontrabassklarinette, Klavier, Violine mit Schlagzeug

Gagaku
Banshikichô no chôshi
Fassung für Akkordeon

Toshio Hosokawa
Vertical Time Study I (1993)
für Klarinette, Violoncello und Klavier

Gagaku
Hyôjô no chôshi
Fassung für Akkordeon

Peter Gahn
ink, colours and gold on paper II+III surrounding 1+2 (2005‐07)
für Flöte, Violoncello, Akkordeon, Schlagzeug und Live‐Elektronik


E-MEX
Evelin Degen, Flöte
Joachim Striepens, Klarinette
Kalina Kolarova, Violine
Burkart Zeller, Violoncello
Christina Taczyk, Akkordeon
Michael Pattmann, Schlagzeug
Martin von der Heydt, Klavier

Museum Folkwang, Karl Ernst Osthaus-Saal

Eintritt: 12 € Standard, 7 € Kunstring-Mitglieder, 3,50 € Studierende
Kartenreservierung unter 0201/ 88 45 102 oder kunstring@museum-folkwang.essen.de

Museum Folkwang
Museumsplatz 1
45128 Essen
www.museum-folkwang.de
www.kunstring-folkwang.de

Das Konzert wird unterstützt durch E.ON, die Sparkasse Essen, E-MEX e.V. und den Kunstring Folkwang e. V., Verein der Freunde des Museum Folkwang

 

Zur Musik

Der »Japonisme« gilt als prägender Einfluss japanischer Kunst auf die impressionistischen Maler im ausgehenden 19. Jahrhundert. Japanische Bilder, Kalligrafie, Gedichte und die alte japanische Musik inspirierten aber nicht nur die bildenden Künstler, sondern auch die europäischen Komponisten – bis in die Gegenwart. Ähnlich wie die Ausstellung Monet, Gauguin, van Gogh… Inspiration Japan es sich zur Aufgabe gemacht hat, die französische Rezeption und Verarbeitung japanischer Kunst im unmittelbaren Vergleich zu veranschaulichen, soll unser Konzertprogramm das Thema auf der musikalischen Ebene beleuchten.

Yasuko Yamaguchi, die seit vielen Jahren in Deutschland lebt, machte sich bei der Komposition von Lichttempel auf die Suche nach ihren eigenen kulturellen Wurzeln. Dabei stieß sie auf den japanischen Tempel Byodo-in in Kyōto mit seinen typischen hölzernen Figuren. »Diese Figuren«, so die Komponistin, »sitzen wie himmlische Scharen auf Wolken oder fliegen, tanzen und musizieren. Beim Komponieren von Lichttempel habe ich mir zuweilen lächelnd vorgestellt, dass diese Fliegenden mein Stück spielen.«

Auch das Œuvre des gebürtigen Japaners Toshio Hosokawa, der sich intensiv mit dem traditionellen japanischen Instrumentarium beschäftigt hat, ist von Einflüssen seiner heimatlichen Kultur geprägt. In dem Stück Vertical Time Study I verwirklicht er neue Zeitstrukturen für europäische Instrumente: Liegende Töne, die kontinuierlich übereinander geschichtet werden und sich zu verschiedenfarbigen Akkorden entfalten, treffen auf kurze, akzentuierte Klangmomente sowie auf Pausen der Stille, die das Erleben der zeitlichen Dimension intensivieren.

Der Titel des Werks empty rooms von Gerald Eckert ist einer Textzeile aus dem Gedicht The waste Land von T. S. Eliot (1888-1965) entliehen. Eckert fordert die Konzentration der Zuhörer oft, indem er die Töne in seinen Kompositionen knapp unter und über der Hörgrenze platziert. So gelingt es ihm hier, den scheinbar leeren Raum musikalisch abzubilden.

Bezüge zur traditionellen Musikkultur Japans werden besonders in den Bearbeitungen der seit mehr als 1000 Jahren überlieferten Gagaku-Musik hörbar. Die ursprünglich für ein Ensemble japanischer Saiten-, Schlag- und Blasinstrumente geschriebenen Stücke werden hier vom Akkordeon interpretiert, welches ein den Gagaku-Instrumenten ähnliches Klangfarbenspektrum zur Verfügung stellt. Zudem basiert Gagaku auf einem Zeitmaß, das durch Vermeidung erkennbarer Atempausen oder Abphrasierungen der westlichen Kunstmusik fremd erscheinen mag: Im mehrstimmigen Spiel entsteht ein fortdauernder ›Klang-Sog‹, wobei immer wieder einzelne Stimmen in ihrer improvisatorischen Ausgestaltung von der Hauptmelodie abweichen.

Die heterophone Anlage der Gagaku-Musik adaptierte auch Peter Gahn für seine Kompositionen. Mit ink, colours and gold on paper II+III surrounding 1+2 hat Gahn ein Werk komponiert, das sowohl von der Gagaku-Musik als auch von der bildenden Kunst inspiriert ist: Als visuelle Vorlage diente ihm ein japanischer Wandschirm aus dem 17. Jahrhundert, zu dessen strahlend-glänzender Goldgrundierung der Komponist eine musikalische Parallele in den hohen Mehrklängen der Gagaku-Musik erkannte. Seine Vorstellung von dieser Klangwelt transkribierte Gahn für europäische Instrumente, so dass in seinem Werk grundlegend verschiedene Musiksprachen einander begegnen.

Leonie Reineke

e-mex ensemble
E-MEX-Ensemble (c) Georg Schreiber, 2010

Konzert mit Klavierwerken russischer Komponisten
Klavierklasse Prof. Thomas Günther
Folkwang – Universität der Künste Essen

Sonntag, 1. Juni 2014 um 12 Uhr
Museum Folkwang , Karl Ernst Osthaus-Saal

Programm:

D. Shostakovich (1906-1975), Präludien und Fugen G – Dur und g – moll
Yi Yuan

S. Rachmaninoff (1873-1943), Etüden op. 33 Nr. 3,4,7,8
Yunming Guan

A. Skrjabin (1872-1915), Sonate Nr. 2 op. 19, Andante, Presto
S. Rachmaninoff, Etüde op. 39,9
Daria Yuryeva

S. Prokofjev (1891-1953), Visions fugitives op. 22 Nr. 1-5, 10,11, 14
Laetitia Hahn

S. Prokofjev, Sonate Nr. 6 op. 82, 1. Satz Allegro moderato
I. Stravinsky (1882-1971), Etüde op. 7,4
Kyung Jun Park

S. Protopopov (1893-1954), Sonate Nr. 2 op. 5
Tilman Wolf

A. Skrjabin, Sonate Nr. 4 op. 30, Andante, Prestissimo volando
Lu Yin

Museum Folkwang, Karl Ernst Osthaus-Saal

Eintritt: 8 € Standard, 5 € Kunstring-Mitglieder, 3 € Studierende
Kartenreservierung unter 0201/ 88 45 102 oder kunstring@museum-folkwang.essen.de

Museum Folkwang
Museumsplatz 1
45128 Essen
www.museum-folkwang.de
www.kunstring-folkwang.de

Freitag, 4. April 2014 um 19.30 Uhr

Klavierabend mit Andreas Boyde
Museum Folkwang, Karl Ernst Osthaus-Saal

Das ursprünglich für den 21. und 23. Februar 2014 vorgesehene Klavierabend mit Andreas Boyde (*1967) findet am Freitag, den 4. April 2014, 19.30 Uhr im Karl Ernst Osthaus-Saal des Museum Folkwang statt. Der Pianist spielt Werke von Ludwig van Beethoven (u.a. Klaviersonate Nr. 14 op. 27, Nr. 2, Mondschein), Maurice Ravel (Miroirs. Fünf Stücke für Klavier) und Modest Mussorgski (Bilder einer Ausstellung). Das Konzert findet anlässlich der Ausstellung KARL LAGERFELD – Parallele Gegensätze (15. Februar – 11. Mai 2014) statt.

Andreas Boyde gastierte in wichtigen Musikzentren weltweit und konzertierte als Solist mit namhaften Orchestern wie dem London Philharmonic Orchestra, der Sächsischen Staatskapelle Dresden, dem Prague Radio Orchestra, dem Auckland Philharmonia Orchestra, dem Zürcher Kammerorchester, den Bamberger Symphonikern, dem Hallé Orchestra, den Dresdner Sinfonikern, dem Bolshoi Theatre Symphony Orchestra und den London Mozart Players.

In Kooperation mit dem Kunstring Folkwang e.V., Verein der Freunde des Museum Folkwang

Kartenreservierung unter 0201 8845102 oder kunstring@museum-folkwang.essen.de
Karten: 15 € Standard / 10 € Kunstring-Mitglieder / 5 € Schüler, Studenten

 

 

e-mex ensemble
Foto: Christian Steiner